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Islamische Kunst und Architektur
Kunst und Architektur, die Kunst und Architektur derjenigen Länder, deren Kultur sich unter dem Einfluss des Islam entwickelte. Seit dem 7.Jahrhundert n. Chr. verbreitete sich die islamische Kultur über weite Teile Europas, Asiens und Afrikas. Schrift und Architektur waren für die Herausbildung der sakralen und weltlichen Künste des Islam entscheidend. Da die Offenbarungen des Propheten Mohammed im Koran niedergelegt sind, der das wichtigste literarische und poetische Erbe der arabischen Sprache und des islamischen Glaubens darstellt, hat die Verbreitung der Koransuren zu einer Vielfalt der Schriftstile und zu kalligraphischen und ornamentalen Besonderheiten geführt. Der Grundriss des Privat- und Gebetshauses Mohammeds in Medina wurde zum Grundmuster für alle Moscheen Die frühislamische Kunst nahm Einflüsse aus römischen, byzantinischen und frühchristlichen Stilen auf. Vor allem der Einfluss des Kunsthandwerks der Sassaniden war bedeutend. Zentralasiatische Stile wurden durch die Einfälle der Türken und Mongolen nach Mesopotamien gebracht, und auch chinesische Einflüsse hatten eine formbildende Wirkung besonders auf islamische Keramik, Teppichweberei und Miniaturmalerei. Die Entwicklung der islamischen Kunst zwischen dem 7. und 18. Jahrhundert wird in drei Perioden eingeteilt. Jede Periode fällt mit jeweiligen dynastischen und kulturellen Zentren in der islamischen Welt zusammen, in denen sich bestimmte Stile und Ausprägungen in Architektur und Kunst herausgebildet haben. Die erste Periode fiel zusammen mit dem Kalifat der Omaijaden (661-750). Während dieser Zeit erstreckte sich der islamische Einflussbereich vom syrischen Damaskus bis nach Spanien. Die mittlere Periode umfasst die Zeit der Abbasiden (750-1258), die 762 Bagdad gründeten und sich nach Osten öffneten. Dieses Kalifat bestand bis zur Eroberung durch die Mongolen (1258) und war für die besondere Förderung der Gelehrsamkeit und der Kultur bekannt. In dieser mittleren Periode wurde der Einfluss iranischer Kunstformen bedeutsam. Die dritte Periode ist die der Osmanen (um 1300 bis 1922), die von Anatolien ausging, byzantinische Einflüsse (siehe byzantinische Kunst und Architektur) aufwies und in ihrer Spätzeit vor allem durch europäische Einflüsse an Eigenständigkeit verlor. Die Rituale des islamischen Glaubens bestimmen die Struktur der Sakralarchitektur. Dazu gehören die Moschee (Masjid), ein Platz zur Versammlung der Gemeinde und zum Gebet, und die Medrese, die Theologenschule. Weitere Sakralbauten waren Mausoleum, Kloster, Versammlungshäuser der Bruderschaften und Friedhöfe. Die Profanarchitektur hat vor allem Paläste, Bäder, Handelshäuser, Karawansereien und Ingenieurbauten wie Aquädukte, Staudämme und Befestigungsbauten aufzuweisen. Bis auf Privathäuser wurden diese Bauten fast ausschließlich aus Staatsmitteln errichtet, erst im Mittelalter wurden private Stiftungen häufiger, die für Baukosten aufkamen. Alle Bauformen haben gemeinsame strukturelle und dekorative Elemente. Das florale Dekor und Ornament wird nur im Sakralbau eingehalten, bei Profanbauten sind auch bildliche Darstellungen festzustellen. Jede Epoche bzw. Dynastie schöpfte dabei aus einem ihr eigenen Formenvorrat. Der erste Bau war das Wohnhaus Mohammeds in Medina.